Ubuntu 13.10 – gefährliche Grundeinstellung

Ubuntu ist neben Linux Mint das weltweit erfolgreichste linuxbasierende Betriebssystem der Welt und erfreut sich auch in der deutschen Linken höchster Beliebtheit. Das hat auch gute Gründe: Es ist einfach zu installieren und zu bedienen, sieht recht schick aus, es lässt sich einfach verschlüsseln und und und.

Seit der aktuellen Version 13.10 gibt es allerdings ein sehr großes ABER:

In den letzten Monaten gab es innerhalb der Linux-Szene einerseits viel Lob für die Entwicklung von Ubuntu. Das liegt vor allem daran, dass Ubuntu es geschafft hat Linux attraktiver für Softwareentwickler_innen zu machen und zB die ersten großen Spielefirmen (zB Valve) auf den Ubuntu-Zug aufgesprungen sind. Und daran, dass es Ubuntu jetzt auch für Smartphones und Tablets gibt und das ist voll super und alle so „Yeah“! Andererseits gab es in den letzten Monaten viel Kritik an der Entwicklung von Ubuntu und an der Firma die hinter Ubuntu steht – Canonical.

Ein Punkt dabei ist, dass sie einen eigenen Displayserver entwickeln aber das sei an dieser Stelle einfach nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Der entscheidende Punkt sind die so genannten „Smart Scopes“. Canonical schreibt auf ihrer Homepage dazu:

Ubuntu 13.10 brings ‘smart scopes’ into the Dash. They revolutionise how you find and filter the content on your computer and the internet.

Type any query into the Dash Home, and the smart scopes server will determine which categories of content are the most relevant to your search and return only the best results. The smart scopes server constantly improves its results by learning which categories and results are most useful to you over time.

Das heißt, dass mensch jetzt über das Startmenü alles mögliche finden kann, indem alles mögliche durchsucht wird – auf deinem Rechner und im Internet. Das klingt ja erstmal total super – das Internet einen Klick entfernt. Jenseits davon, dass das System noch nicht wirklich ausgereift und unübersichtlich ist und dir dabei auch Angebote von Ebay und Amazon eingeblendet werden, hat das ganze aber einen noch viel größeren Haken!

Damit dir die Sachen angezeigt werden können und das Dash sich verbessert und sich mehr deinen Suchgewohnheiten anpasst, wird jede Eingabe (wenn auch verschlüsselt) an Canonical gesendet. Das heißt, dass auf einem Server von Canonical alle deine Eingaben in dein Dash auf einem Server mit deiner dazugehörigen IP gespeichert liegen. Canonical wird damit aller Wahrscheinlichkeit nichts anfangen – die Frage ist nur, ob das nicht von Interesse für Sicherheitsbehörden ist. Und wie der aktuelle „NSA-Skandal“ zeigt, sind auch die Server großer Firmen nicht vor Angriffen der Sicherheitsbehörden geschützt.

In der LinuxActionShow (einer Geek-Linux-Sendung auf Youtube) wird verdeutlicht, was das zB für Konsequenzen haben kann.
Nehmen wir mal an, dass du zum Zeitpunkt X sicher surfen willst und deswegen auf deinen Tor-Browser[1] zurückgreifst. Du gehst bei Ubuntu also in dein Dash und gibst „TOR“ ein – dein Torbrowser erscheint und du surfst vermeintlich sicher durch die Gegend. Auf dem Server von Canonical liegen jetzt die Informationen, wann du mit welcher IP deinen TorBrowser gestartet hast. Kommen Sicherheitsbehörden an diese Daten können sie damit nachvollziehen, wo du so langegesurft bist. Und genau das wolltest du ja vermeiden…Es lassen sich noch mehr Beispiele aufzählen, warum das uncool ist, dass diese Daten irgendwo rumliegen.

Glücklicherweise kann mensch diese Onlinesuche über das Dash auch ausschalten – allerdings ist sie immer erstmal eingeschaltet. Dazu geht mensch in die Einstellungen und kann unter „Datenschutz und Sicherheit“ –> „Suche“ „auch Online-Suchergebnisse verarbeiten“ ausstellen. Das muss mensch aber erstmal wissen und dann auch ausstellen!

So jetzt hab ich meinen ersten total verwirrenden Beitrag geschrieben – wenns Nachfragen gibt – Fragt!

[1] Es kommt bestimmt bald ein Artikel zum Tor-Browser…

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