NSU Prozess | 134. Prozesstag: Ein besonders dreister Fall von Ahnungslosigkeit

Am Dienstag und damit dem 134. Verhandlungstag des NSU-Prozesses war der Zeuge Jürgen Länger geladen. Dieser war bereits im November als Zeuge im Prozess, machte allerdings von seinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch – da er sich mit einer Aussage selber belasten müsste. Diesmal erschien er in Begleitung des Anwalts Jauch, der bereits mehrfach rechte Zeugen in diesem Verfahren begleitet hat.

Der Anklage nach handelt es sich bei Länger um eine Person, die daran beteiligt war, dass die Mordwaffe Ceska 83 aus der Schweiz nach Deutschland und letztlich zum NSU gelangte. Weiterlesen

NSU Prozess | 131.-133. Prozesstag: Wenig Neues und ein Befangenheitsantrag

131. Verhandlungstag

Erste Zeuge am 131. Verhandlungstag des NSU-Prozesses in München war Thomas Rothe. Der Zeuge, der sich im Umfeld von Blood and Honour bewegt, hatte das Trio direkt nach dem Untertauchen 1998 in seiner Wohnung aufgenommen. Wie die meisten Zeugen aus der rechten Szene konnte er sich auch bei dieser Vernehmung an nahezu nichts erinnern und konnte beziehungsweise wollte keine Auskünfte geben.
Das gleiche Bild hatte sich bereits am 01.04.2014 dargeboten, als er bereits vorgeladen worden war.Damals wurde die Vernehmung unterbrochen, weil es Unklarheiten bezüglich eines laufenden Verfahrens gegeben hatte.

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NSU-Prozess | 129. und 130. Verhandlungstag – Von Urlauben, Trinkpausen und Ahnungslosigkeit

129. Verhandlungstag

Der 129. Prozesstag beginnt damit, dass Richter Götzl den Antrag auf Entpflichtung von Zschäpes Verteidiger*innen ablehnt – es geht also weiter wie bisher. Begründung: „konkrete und hinreichende Anhaltspunkte für eine schwere und nachhaltige Störung“ seien in dem Antrag nicht dargelegt und damit nicht festzustellen. Darüber hinaus wird auch der Antrag auf eine*n vierte*n Verteidiger*in auf Staatskosten zu bekommen, abgewiesen. Welche Auswirkungen diese Entscheidung auf den weiteren Prozessverlauf hat und ob sich das Kurzschlussverhalten der Hauptangeklagten für eben diese rächen wird, bleibt abzuwarten.

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Nachtrag und Kommentar zum Artikel „@Rabenzauber, fatalist und der NSU – ein Nazi “klärt auf”“

Am 15. Juli haben wir einen Artikel zu fatalist und @rabenzauber veröffentlicht. In diesem Artikel wurde die vorschnelle Aussage getroffen, dass @rabenzauber der Twitteraccount von fatalist sei. Diese Aussage kann nicht bestätigt werden. Anscheinend handelt es sich dabei lediglich um einen User, der fleißig die Artikel von fatalist und seinem Blog twittert. Dies hat sich neben der Aussage von @rabenzauber selbst, auch in den weiteren Recherchen bestätigt.

Neben diesem Umstand gab es in den Kommentaren und per Email Kritik an dem Artikel. Die Kritik zielt vor allem darauf ab, dass die Person, die unter dem Namen fatalist auftritt, in diesem Artikel als Nazi bezeichnet wird. Die Argumente seien zu dünn und wir Autor*innen seien Faschist*innen.

Dazu muss gesagt werden, dass es sich bei dem Artikel um eine Art Kurzmeldung gehandelt hat, in der auf die regelrechte Flut an Tweets mit dem #NSU reagiert wurde. Vor allem von @rabenzauber wurden an diesem Tag diverse Artikel von fatalist Blog auf Twitter verlinkt.

In absehbarer Zeit wird ein Artikel erscheinen, der sich ausführlicher mit fatalist und seinem Blog beschäftigt. In diesem wird eine ausführlichere und differenziertere Kritik formuliert werden, als das bisher der Fall war.

NSU-Prozess | 128. Verhandlungstag: Tino Brandt – Zschäpe hat kein Vertrauen mehr (UPDATE)

Am Mittwoch wurde die Vernehmung von Tino Brandt fortgesetzt. Allerdings kam nicht viel Neues an diesem Verhandlungstag heraus.

Brandt berichtet davon, dass die Thüringer Naziszene wollte, dass das Trio aus Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt wieder nach Thüringen zurückkomme. Andererseits berichtet Brandt von einem Gespräch, dass er 1999 mit Thorsten Heise geführt habe. In diesem Gespräch sei es darum gegangen, dass darüber nachgedacht wurde, ob es für das Trio Sinn mache, sich ins Ausland (konkret Südafrika) abzusetzen und bis zur Verjährung unterzutauchen. Offensichtlich ist dies nicht geschehen; laut Brandt wollte vor allem Zschäpe nicht ins Ausland.

Von dem Abtauchen der drei (1998) habe er durch einen Anruf aus der Szene erfahren und habe danach Geld aus Spenden und vom „Freistaat Thüringen“ weitergeleitet. Nach dem Abtauchen war er nur noch telefonisch mit ihnen in Kontakt. Das Geld selbst sei über einen Mittelsmann an das Trio gekommen – wer dieser Mittelsmann war, wisse Brandt nicht mehr.

In der Befragung von Zschäpes Verteidigung ging es um das am Vortag aufgebrachte Bild, dass es sich bei Zschäpe nicht um eine „Hausfrau“ gehandelt habe und sie an politischen Aktionen beteiligt gewesen sei. Brandt sagt aus, dass Zschäpe keine „Meinungsbildnerin“ gewesen sei. Auf Nachfrage sagt er, er habe generell nichts von terroristischen Aktionen gewusst.

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@Rabenzauber, fatalist und der NSU – ein Nazi „klärt auf“ [GEUPDATET]

Auf Twitter lassen sich unter dem Hashtag #NSU gerade dutzende Tweets von @Rabenzauber mit Links zur Homepage von „fatalist“ mit Artikeln zum NSU finden. Die Artikel kommen mit sehr vielen Infos, Bildern und vermeintlichen Beweisen daher. Das mag die Homepage relativ interessant erscheinen lassen.

Jedoch handelt es sich bei „fatalist“ um einen Neonazi, der mit dieser Seite versucht zu beweisen, dass es sich beim NSU zu keinem Zeitpunkt um eine neonazistische Aktion gehandelt habe.

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